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Osterloh: Volkswagen kann ohne Porsche leben

Der Betriebsrat von Volkswagen hat einen Tag vor der Hauptversammlung den Ton im Streit mit dem Großaktionär Porsche massiv verschärft und angekündigt, bis vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen: "Wir gehen notfalls durch alle Instanzen", sagte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh im Interview mit stern.de, der Online-Ausgabe des Hamburger Magazins stern. "In der letzten Konsequenz werden wir deshalb auch, wenn man uns die Möglichkeit gibt, bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen."

Die Struktur der neuen Holding ist der Haupt-Streitpunkt zwischen Arbeitnehmern in Wolfsburg und den neuen Eigentümern in Stuttgart. Nur drei Arbeitnehmervertreter sollen für die über 360.000 VW-Mitarbeiter im Holding-Aufsichtsrat sitzen, genauso viele wie für die etwa 11.500 Porsche-Beschäftigten.

Nach Ansicht von Osterloh kann Volkswagen gut ohne Porsche, aber Porsche nicht ohne Volkswagen leben: "VW ist auf Erfolgskurs. Den wollen wir mit Dr. Winterkorn fortsetzen", sagte der Betriebsratschef. "Eine Marke im Sportwagensegment brauchen wir dafür nicht unbedingt." Schließlich besitze VW schon Lamborghini.

"Wir sind in den kommenden Jahren in der Lage, mit oder ohne Porsche, weltweit zur Nummer eins zu werden", so Osterloh weiter. "Und mindestens so profitabel zu werden wie Toyota." Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende hat Zweifel, dass Porsche Volkswagen erfolgreich führen kann: "Porsche baut 100.000 Autos im Jahr und verdient damit und mit guten Bankgeschäften eine Menge Geld", sagte er. "Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ein Mittelständler auch in der Lage ist, ein Unternehmen mit 360.000 Mitarbeitern erfolgreich zu führen."

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